Akira – Der Film

Akira (japanisch: アキラ)  ist ein 1988 erschienener Anime-Kinofilm von Katsuhiro Otomo, der auf der 1982 begonnen und 1990 abgeschlossenen, gleichnamigen Manga-Reihe, die ebenfalls von Otomo geschaffen wurde, basiert.

Der Science-Fiction- und Actionfilm spielt im Jahr 2019 in einem nach einer atomaren Explosion wieder aufgebauten Tokio. Kaneda und Tetsuo, jugendliche Mitglieder einer Motorradgang, werden in politische Machtkämpfe und in ein militärisches Forschungsprojekt verwickelt. Das Projekt erforscht Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten, die auch Tetsuo durch einen Unfall erwirbt und die viele Jahre zuvor zu einer Explosion in Tokio führten.

Katsuhiro Otomo bestand darauf, für den Film als Drehbuchautor und Regisseur zu fungieren. Ein Produktionskonsortium namens „Akira Comittee“ aus verschiedenen Firmen, wie beispielsweise Bandai, Kodansha und dem Filmstudio Tokyo Movie Shinsha wurde gegründet, um die damals für einen Trickfilm immensen Produktionskosten von rund 1 Milliarde Yen zu finanzieren.

Der Manga war zur Zeit der Filmproduktion noch nicht abgeschlossen und so wurde der Inhalt stark gestrafft und bezieht sich quasi nur aus den bis dahin erschienen Bänden des Mangas. 

Im Gegensatz zu den meisten Anime-Produktionen wurde der Film nicht in günstiger Limited Animation produziert, in der nur wenige Teile des Bildes animiert und Bildfolien immer wieder verwendet werden. Stattdessen entstanden über 160.000 Animationsfolien, um eine möglichst flüssige Animation zu erreichen.

Die Geräusche für den Film wurden mit Synthesizer eingespielt. Die Musik wurde von Shōji Yamashiro komponiert und unter anderem von seinem Chor Geinoh Yamashirogumi eingesungen. Verwendung fanden neben mehrstimmigen Chorgesängen auch Klänge traditioneller japanischer Instrumente und eine Mischung asiatischer, europäischer und afrikanischer Elemente.

Auch die Dialogregie der japanischen Fassung lag bei Otomo. Zum ersten Mal bei einer Anime-Produktion wurden die Stimmen vor der Fertigstellung der Animationen aufgenommen. Auf diese Weise konnten die Mundbewegungen auf den gesprochenen Text genau abgestimmt werden. Nach der ersten deutschen Synchronfassung von 1991 wurde für die DVD-Veröffentlichung von 2005 eine neue Synchronisation produziert, die inhaltlich näher am Original liegt, bei vielen Fans aber zu jeder menge kontroverser Diskussionen führte.

Im Jahr seiner Premiere war Akira der erfolgreichste Film in den japanischen Kinos und stand damit noch vor dem international erfolgreichen Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Bis 1991 verkaufte sich der Film in Japan 60.000 mal als Video und 40.000 mal als Laserdisc. In den USA spielte der Film in den Kinos eine Mio. US$ ein. Er wurde als „Beispiel für die Zukunft der Animation“ und als „virtuoses Stück spekulativer Fiktion beschrieben. Eine brutale, abenteuerliche Geschichte, eine den Kopf verdrehende Science-Fiction-Moralität.

Akira führte Anfang der 1990er Jahre zum ersten Boom von Animes in englischsprachigen Ländern, teilweise wurde seine Veröffentlichung gar als Geburt von Anime als Genre in der amerikanischen Popkultur beschrieben. Akira stellte, zusammen mit Ghost in the Shell, einen Wendepunkt für die Akzeptanz von Anime als Genre in der westlichen Popkultur und auch als Kunstform da. 

Quelle: Wikipedia