Der Manga

Akira ist eine Manga-Reihe von Katsuhiro Otomo, die 1982 begonnen und 1990 abgeschlossen wurde. 

Die Geschichte handelt von Jugendlichen in einem postapokalyptischen, wiederaufgebauten Tokio der nahen Zukunft. Diese leben in Motorradbanden, bis einer von ihnen übernatürliche Fähigkeiten erwirbt, was zusammen mit einem militärischen Forschungsprojekt an diesen Fähigkeiten und politischen Intrigen zu immer größeren Zerstörungen und Katastrophen führt. Schließlich taucht derjenige wieder auf, der die erste Zerstörung Tokios verursachte – Akira – und wirkt am weiteren Geschehen mit.

Vor Akira schuf Katsuhiro Otomo bereits zwei andere Serien mit ähnlichem Inhalt. Im ab 1979 erschienenen Der Feuerball geht es um junge Freiheitskämpfer, die versuchen jemanden zu retten, der von der Regierung für Experimente mit seinen psychischen Fähigkeiten missbraucht wird. Die Geschichte endet damit, dass der zu Rettende einen zerstörerischen „Feuerball“ verursacht. Möglicherweise inspiriert wurde die Geschichte von Alfred Besters The Demolished Man von 1953. In Das Selbstmordparadies aus den Jahren 1980 und 1981 verwendet Otomo dieses Motiv erneut und wurde für das Werk mit dem Science Fiction Grand Prix ausgezeichnet.

Otomos Stil ist stark von französischen und amerikanischen Künstlern beeinflusst, wie Mœbius. Als einer der ersten verwendete er einen realistischeren Stil mit kleinerer Darstellung der Augen. Eine bis dahin im Manga vorherrschende „pathetische Übertreibung und karikaturhafte Reduzierung“ wurde durch einen Hyperrealismus ersetzt, so Andreas C. Knigge. Die Dynamik seiner Zeichnungen würden durch „raffiniert eingesetzte Schraffuren“ verstärkt. Charakteristisch für den Manga nennt Jason Thompson die düster dargestellte urbane Zukunft, detaillierte Darstellungen der Stadt und Maschinen, ständig eskalierende Gewalt und eine realistische Darstellung der Figuren.

Akira erschien in Japan vom 20. Dezember 1982 bis 25. Juni 1990 in 120 etwa 20 Seiten langen Einzelkapiteln im Manga-Magazin Young Magazine des Kodansha-Verlags. 1987 und 1988 pausierte die Serie, da Katsushiro Otomo mit der Arbeit an der Verfilmung beschäftigt war. Bei ihrer Fertigstellung umfasste die Serie fast 2200 Seiten, die zwischen 1984 und 1993 in sechs Sammelbänden zusammengefasst wurden.

Die bearbeitete US-Fassung wurde vom Carlsen Verlag übernommen und von April 1991 bis Januar 1996 in Deutschland veröffentlicht, wobei die Anzahl der Bände durch eine neue Aufteilung auf 19 erhöht wurde. Der ebenfalls erschienene Band 20 gehört nicht zur eigentlichen Serie, sondern beinhaltet ein Skizzenbuch mit Entwürfen. Akira stellt damit die erste komplett auf Deutsch erschienene Manga-Serie dar. Die großformatige, aufwändig gestaltete Umsetzung mit einem Preis von 30 DM pro Band richtete sich jedoch eher an Sammler und Liebhaber. Von Juli 2000 bis August 2001 brachte Carlsen Akira noch einmal auf den Markt, dieses Mal in einer „werkgetreueren“ Ausgabe in sechs schwarz-weißen Bänden, aber immer noch in westlicher Leserichtung. Ende Dezember 2016 erschien eine auf 1991 Stück limitierte Komplettbox mit den sechs Softcover-Bänden in der komplett kolorierten Fassung mit westlicher Leserichtung bei Carlsen Manga.

Quelle: Wikipedia